Barrio für Ernährungssouveränität

Landwirtschaft und Klima
Vom 18. – 24. August auf dem „Connecting Movements Camp“ im Rheinland.

„Soil not Oil – Widerstand ist fruchtbar!“

Um den Klimawandel aufzuhalten und eine global gerechte Gesellschaft zu schaffen, müssen wir die Landwirtschaft verändern – gemeinsam! Industrialisierte Landwirtschaft und Tierproduktion tragen wesentlich zum Klimawandel bei und erschweren dabei auch die Situation für nachhaltig wirtschaftende (Klein-)Bäuer*innen, die auf ein intaktes Klima angewiesen sind. Dazu kommt: Das bestehende globale Ernährungssystem beruht auf Unterdrückung, Ausbeutung und Ungerechtigkeit. Das wollen wir ändern!

Hier gibt’s viele Anknüpfungspunkte für die Zusammenarbeit verschiedener Bewegungen – ihnen wollen wir Raum geben im Barrio für Ernährungssouveränität¹ auf dem Connecting-Movements-Camp (Bewegungs-Vernetzungs-Camp). Diskutiert mit uns über Zugang zu Land und Saatgut in bäuerlicher Hand, über die Ausbeutung von Arbeiter*innen in der Agrarindustrie, sowie über Rassismus und Geschlechterverhältnisse in unserem Alltag. Informiert euch über den Widerstand von Kleinbäuer*innen weltweit (La Via Campesina) oder gemeinschaftliche Landprojekte in Brandenburg und genießt die Atmosphäre des alternativen Camplebens.

Unser Programm ist noch in Arbeit – doch soviel können wir jetzt schon sagen:

Vom 19.-23.8. liegt der Fokus auf inhaltlichen Workshops, Vernetzung und Austausch. Ab dem 24.8. beginnen die „Aktionstage im Rheinland“ mit vielfältigem Protest gegen Kohleindustrie. Bei unserem täglichen Plenum werden wir uns in Selbstorganisation üben und an der basisdemokratischen Camp-Struktur beteiligen.

Bereits Samstagvormittag, 19.8., findet ein Podium mit Bäuer*innen statt zu der Frage, wie ein nachhaltiger Wandel gestärkt werden kann. Es gibt spannende Einblicke in die Ernährungssouveränitätsbewegung und Berichte von bisherigen Aktivitäten (Sonntag, 20,8,), außerdem für Sonntag angefragt sind Aktivist*innen aus der seit mehreren Jahren bestehenden Landbesetzung gegen einen Flughafenbau in Frankreich (ZAD). Am Montag, 21.8. widmen wir uns unseren Schwerpunktthemen „Eigentum“ und “Zugang zu Land“, zu denen es auch am Dienstag weiterführende Angebote geben wird. Wem gehört die Welt und wer entscheidet das? Mit einer kontroversen Diskussion zum Thema Tierproduktion geht es bei einem Workshop am Mittwoch, 23.8. weiter und auch darüber hinaus freuen wir uns auf viele spannende Gespräche und Begegnungen!

Neben diesen Workshops bietet das offene Konzept des Camps die Möglichkeit, sich zu selbstgewählten Themen auszutauschen und vor Ort eigene Interesssen einzubringen. So können wir voneinander lernen, und uns mit unseren jeweiligen Perspektiven bereichern.

Werdet Teil einer umfassenden, radikalen² Bewegung für Ernährungssouveränität – Auf dem Camp können weitere Schritte geplant, neue Bündnisse geschlossen und auch Aktionen vorbereitet werden. Lasst uns die Landwirtschaft in Bewegung bringen.

Wir freuen uns auf euch!

Orga-Kreis des Barrios für Ernährungssouveränität

Schreib uns deine Fragen und Ideen: barrio.for.food.sovereignty@riseup.net


Zur inhaltlichen Einstimmung hier ein paar gute Texte:
Generelles zu Ernährungssouveränität (Nyeleni.de)
„Die Klimakrise ist eine Krise des Lebensmittelsystems – Leistet Widerstand“
La Via Campesina – International Peasent’s Movement (Internationale Kleinbauern-Bewegung)


 

¹ Barrio bezeichnet eine thematische Nachbarschaft auf dem Camp.
Wir setzen dem herrschenden System der Agrarindustrie die positive Vision der
Ernährungssouveränität entgegen: Ein Netzwerk aus lokalen, kollektiven Strukturen, in denen die
Menschen selbst darüber entscheiden, was und wie angebaut wird. In denen sie miteinander
kooperieren statt in Konkurrenz zueinander zu stehen und wo sie gemeinsam ihren Bedürfnissen
entsprechend und im Einklang mit der Natur wirtschaften. Mehr Infos dazu im Text unten.

² radikal meint (im wahrsten Sinne des Wortes): „an die Wurzel gehend“
→ aus dem Lateinischen: radix = Wurzel