Was ist ein Klimacamp?

Das Klimacamp sieht sich als Teil der in England entstandenen Klimacampbewegung und basiert aus diesem Grund auf folgenden vier grundlegenden Elementen:
– Nachhaltiges Zusammenleben
– Bildung
– (Direkte) Aktionen
– Vernetzung

 

Nachhaltiges Zusammenleben

Das Klimacamp will so ressourcenschonend wie möglich sein und ein solidarisches demokratisches Zusammenleben ermöglichen. Es soll eine Alternative zur konsumorientierten, kapitalistischen Lebensweise bilden, in der Menschen vereinzelt auf Kosten von anderen leben. Die Vokü wird bio-veganes Essen kochen, unseren Strom beziehen wir fast ausschliesslich aus Erneuerbaren Energien wie Solar und Wind und unsere Kompostklos brauchen keine Chemie.

Bildung

Das Klimacamp soll ein Raum für emanzipatorische Bildung sein. Wir bringen uns gegenseitig das Wissen bei, das notwendig ist, Wissen ist für uns kein Selbstzweck. Wir teilen unser Wissen miteinander, um die komplexen Zusammenhänge in unserer Gesellschaft zu durchschauen und um daraus Konsequenzen ziehen zu können. Jede*r kann selbst Workshops anbieten, ob vorher angekündigt oder spontan auf dem Camp.

Neben den Energie- und Klimathemen liegt ein Schwerpunkt des diesjährigen Bildungsprogrammes auf Wachstumskritik. Denn alle Maßnahmen gegen Klimawandel bleiben Symptombekämpfung, solange wir nicht das grundlegende Prinzip unseres Wirtschaftssystems ändern, das auf unendlicher Ausbeutung endlicher Ressourcen beruht. Das Klimacamp ist darum Teil des „Stream towards Degrowth“: einer Reihe von Veranstaltungen im Vorfeld der Degrowth-Konferenz, die im September 2014 in Leipzig stattfinden, und in der es um neue Formen des Wirtschaftens und Zusammenlebens gehen wird.

(Direkte) Aktionen 
Aktion gegen Klimawandel bedeutet mehr als sich eine Steckerleiste anzuschaffen. Um die Ursachen des exzessiven CO2-Ausschuss anzugehen, müssen sich politische Rahmenbedingungen ändern. Dafür braucht es eine soziale Bewegung, die –  jenseits von UN-Gipfeln und Energiesparfibeln – so breit und wirkungsvoll wird wie die Anti-Atom-Bewegung. Das Thema Klimaschutz gehört auf die Straße, auf die Bäume, auf Schienen!Das Klimacamp soll ein Ort sein, an dem es möglich ist, dass jede*r, seinen Erfahrungen und Ideen entsprechend Aktionen planen und an ihnen teilnehmen kann.
Vernetzung
Wenn wir alleine vor dem Fernseher oder der Zeitung sitzen, können Katastrophennachrichten lähmend wirken. Es ist wichtig, diese Lähmung und diese Vereinzelung zu überwinden und sich zusammenzuschließen. Auf dem Camp treffen sich Menschen aus aller Welt, die auf verschiedene Weise gegen die Zerstörung der Natur und für eine gerechte Gesellschaft kämpfen. Das Camp bietet Raum für Vernetzung und Austausch untereinander.Wir möchten verschiedene Spektren und Themen ansprechen. Egal ob Mitglieder von umwelt- und entwicklungspolitischen Organisationen, Parteien, Anwohner*innen, Linksradikale, Gewerkschaften oder Anarchist*innen. Wir versuchen, verschiedene politische Auseinandersetzungen inhaltlich mit dem Klimathema uns zu verbinden; ob Anti-Atom-Bewegung, Anti-Rassismus-Bewegung, Anti-Militarismus und andere.

Unser Klimacamp setzt sich für einen gleichberechtigen und solidarischen Umgang miteinander ein und hat keinen Platz für Nazis, Sexismus, Antisemitismus und Rassismus jeglicher Art.

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