CoMo-Programm

Was ist ein BarCamp?

Auf dem Connecting Movements Camp wollen wir vor allem mit der so genannten Bar Camp Methode das Programm auf dem Camp gemeinsam gestalten. Die Bar Camp Methode ist ein open Space Format, wo alle Teilnehmer*innen vor Ort die Möglichkeit haben selbst Workshops, Vorträge, etc. vorzuschlagen und durchzuführen. So können alle Anwesenden ihre Fragen, Interessen, Erfahrungen und  ihr Wissen in das Programm einbringen. Die vorgeschlagenen Sessions werden dann gesammelt und aus ihnen wird ein Tagesprogramm mit Ort und Zeit des angebotenen Workshops erstellt. Auf diese Weise löst sich die „normale“ Expert*innenrolle von Referent*innen auf und Wissenshierarchien können abgebaut werden.

Häufig werden bei einem BarCamp auch digitale Medien eingesetzt, um die besprochenen Inhalte auch Menschen zur Verfügung zu stellen, die nicht (physisch) am BarCamp teilnehmen können.

 

Wie funktioniert es?

In einem gemeinsamen Plenum und/oder auf einer Stellwand können alle Anwesenden ihre Workshop-Vorschläge aufschreiben. Ganz wichtig hierbei ist, dass mensch kein*e Expert*in auf dem Gebiet sein muss was er*sie bearbeiten will. Auch der Wunsch sich mal mit anderen Personen über ein Thema auszutauschen, wo mensch sich noch nicht soviel mit beschäftigt hat, ist ein guter Grund einen Workshop vorzuschlagen. Alle Themen, Workshopangebote und Diskussionsvorschläge etc. werden dann gesammelt und schließlich je nach Wünschen und Interessen in den Slots entsprechend der Tagesstruktur (ggf. auch parallel als Kleingruppenformat) selbstorganisiert durchgeführt. Wenn die Workshops vorüber sind treffen sich alle Teilnehmer*innen im Plenum wieder und können die Ergebnisse aus ihren Slots vorstellen.

Dafür wäre es grandios, wenn ihr Materialien, Texte und andere Medien und Gedanken, die ihr schon immer mal diskutieren wolltet; Inputs, die ihr mit anderen teilen wollt; neue Methoden; Geschichten und was euch eben einfällt, worauf ihr Lust habt und was euch wichtig ist, mitbringt! So können wir einen Ort des Ausprobierens, der Selbstermächtigung und des selbstorganisierten Lernens schaffen und zusammen gestalten!

 

Bisher angekündigte Gruppen

  • StuhlkreisRevolte
  • Forward Europe
  • Care Revolution
  • Hobskur
  • Sudanesische Community Osnabrück
  • Nein zum Polizeistaat / Ficko Magazin
  • Roma Center Göttingen / Roma Antidiscrimination Network
  • Feministische Intervention
  • Antifaschistische Landjugend
  • und viele mehr…


Bisherige Workshopankündigungen

Moderations-Einstiegsworkshop
Plena und Treffen hinterlassen oft kein gutes Gefühl; es wird ewig geredet, oft geht ́s im Kreis und häufig ist unklar, wie es zu Entscheidungen gekommen ist. In unserer Erfahrung kann es oft helfen, wenn Treffen und Workshops moderiert  sind, also ein*e Person (oder auch zwei) sich für den Prozess verantwortlich fühlen und die Gruppe sich auf die Inhalte, Entscheidungen usw. konzentrieren kann. Dafür möchten wir euch die Grundlagen anbieten. Worauf muss ich beim  Moderieren achten? Was sollte ich tun? Was nicht? Welche Methoden ergeben in euren Kontexten Sinn?
Von: stuhlkreis_revolte – Kollektiv für emanzipatorische Prozessbegleitung

 

Macker*innen weg moderieren
Wir mit euch in Austausch kommen, wie sich dominantem Redeverhalten mit den Werkzeugen der Moderation begegnen lässt. Es soll weniger darum gehen, wie Macker*innen rhetorisch die Stirn geboten werden kann – sondern vielmehr ist  Thema, welche Methoden Gruppen angeboten werden können Wie kann die Beteiligung aller gestärkt, Redeanteile fairer
verteilen oder Räume geöffnet werden, in denen unangenehmes Redeverhalten angesprochen werden kann, ohne dass sich meine Gruppe danach zerlegt.
Von: stuhlkreis_revolte – Kollektiv für emanzipatorische Prozessbegleitung

 

Feministische Perspektive vom Standpunkt der sozialen Reproduktion
– Care Revolution –
Die kapitalistische Logik spaltet nicht nur Menschen in Ausgeschlossene und Verwertbare, sie spaltet auch die  Tätigkeiten und Arbeiten in abgespaltete und kapitalisierte. Damit baut sie neben dem gewaltsamen Ausschluss der »Überflüssigen« und dem Einschluss der Verwertbaren auch auf die Frauisierung von Tätigkeiten, die unbezahlt und unsichtbar ins Private gedrängt werden und die Kapitalisierung von Tätigkeiten, was sich zurzeit auch verstärkt in Bereichen der sozialen Reproduktion, wie Gesundheitsversorgung und Pflege, zeigt. Feministische Kämpfe der letzten Jahre thematisieren diese Logik unter dem Schlagwort Krise sozialer Reproduktion und zeigen so auf, dass die  systemimmanten, kapitalistischen Widersprüche zwischen Profitmaximierung und sozialer Reproduktion nie zu einem guten Leben für alle Menschen führen können. Denn es ist im kapitalistischen System angelegte, dass soziale Reproduktion (Gesundheitsversorgung, Pflege, Kinderbetreuung, Assistenz, Bildung) nicht im Zentrum steht und es eine bedürfnisorientierte Versorgung für alle nicht geben kann. Das Netzwerk Care Revolution formuliert Antworten und stellt mit der Care Revolution eine Perspektive in den Raum.
Von: Ann Wiesental, Berlin

 

queer & trans* verbündetenschaft
dieser workshop richtet sich an verbündete und vor allem auch personen, die es werden wollen. wir möchten uns mit hetero- und cis-privilegien auseinandersetzen und überlegen uns, wie wir (polit-)strukturen so gestalten können, dass sich queers und trans*personen darin wohl_er fühlen können. wir beantworten euch Fragen rund um pronomen,  geschlechtsidentität_en und begehren. deswegen wünschen wir uns einen respektvollen Raum, in dem wir uns
aufmerksam zuhören und in gemeinsamer reflexion über privilegien und_oder gesellschaftlichen machtverhältnissen sprechen.
Von: life’s a beach (lifesabeach.blogsport.de)


Polizeigewalt in Kamerun
Bei dem Worskshop wird die Polizeigewalt in Kamerun beleuchtet. Hobskur ist ein sozial engagierter Künstler und Rapper aus Kamerun. Seit zwölf Jahren vertritt er seine Ansichten über das Medium Musik. Seit seinem ersten Album „Menace sur ma planète“ (Bedrohung auf meinem Planeten), das 2010 herauskam und der Veröffentlichung mehrerer Singles, hat der Künstler alle großen Bühnen Kameruns bespielt. Zwischen Festivals, Konzerten und sozio-politischen Projekten, hat er zusehends Ansehen gewonnen, bei der Jugend und einem Publikum, das Musik mit anspruchsvollen Texten schätzt.
Als Musiker, der sich gegen die Polizeigewalt in Kamerun einsetzt, präsentiert er uns einen Song zu diesem Thema mit dem Titel „Ne tire plus sur le peuple“ (Schieß nicht auf die Bevölkerung). “
Von: Hobskur (Initiative Perspektivwechsel)

 

Solidarity City Bewegung
– Input mit Diskussion von der Open Border Gruppe Osnabrück –
Eine Stadt, aus der kein Mensch abgeschoben wird, in der sich alle frei und ohne Angst bewegen können, in der kein Mensch nach einer Aufenthaltserlaubnis gefragt wird, in der kein Mensch illegal ist. Das sind die grundlegenden Vorstellungen von einer Solidarity City. In einer solchen Stadt der Solidarität sollen alle Menschen das Recht haben zu leben, zu wohnen und zu arbeiten. Alle Menschen soll der Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung gewährt werden. Alle Menschen sollen teilhaben und das Stadtleben mitgestalten können – unabhängig von Aufenthaltsstatus, finanziellen Möglichkeiten, Hautfarbe, Geschlecht, Sexualität, Religion,…
In vielen Städten in Deutschland, Europa und der ganzen Welt ist der Prozess, eine Solidarity City zu werden schon in vollem Gang (https://solidarity-city.eu/de/).

Die Solidarity City-Bewegung kann als eine Graswurzelbewegung mit kollektiver und widerständiger Solidarität in allen Bereichen eine mögliche Antwort sein auf hegemoniale Unterdrückungsverhältnisse und Fremdbestimmung; auf Separation und rechte Hetze; auf Abschiebeknäste und Deportationen sein.

Lasst uns gemeinsam diskutieren und uns austauschen, was in einer solidarischen Stadt relevant ist und wie Strukturen von unten aufgebaut werden können!

 

Warum BDSM* und Feminismus so gut zusammen passen

Beschreibung: Noch in den 70er hieß es von Feminist*innen, dass „masochistische Frauen mit dem Feind kollaborieren“ – das war schon damals Quatsch. Demgegenüber steht heutzutage der Sex-positive Feminismus, der für ein einvernehmliches und freies Erkunden der eigenen Sexualität eintritt. Im Workshop wollen wir mit gängigen „Shades of Grey“-Klischees und Vorurteilen gegenüber BDSM-praktizierenden Menschen aufräumen. Auch (aber nicht nur) Menschen mit wenigem oder keinem Vorwissen sind herzlich willkommen. Nach einer kurzen Einführung gibt es
Raum für einen Austausch mit euren Fragen und Themen.

*BDSM: Besser bekannt als Sadomasochismus ist eine Abkürzung für
BonDage, Dominanz, Submission, Sadismus und Masochismus.
Von: Lila vom Kollektiv fürs gute Leben (gutesleben.noblogs.org)

 

Strafrechtsverschärfungen, Ausweitung von Polizeibefugnissen & Polizeigewalt

Das Jahr hat eine unfassbare Fülle von Gesetzesverschärfungen bei gleichzeitiger Ausweitung von Polizeibefugnissen gesehen. Beim G20-Gipfel in Hamburg hat die Polizei massiv Grundrechte verletzt und Menschen verprügelt. Konsequnzen haben sie leider kaum zu befürchten.
Wie hängen die Gesetzesverschärfungen & die Polizeigewalt zusammen? Wo sollten wir unseren „Rechtsstaatsglauben“ einer gründlichen Prüfungen unterziehen? Welche Möglichkeiten gibt es, sich dagegen zu engagieren?
Das Legal Team und die Kampagne „Nein zum Polizeistaat“ wollen euch ihr
Wissen dazu weiter geben und mit euch ins Gespräch kommen.

 

Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt SCHLAU und Bundesverband Queere Bildung e.V.

Das Projekt SCHLAU (schwul, lesbisch, bi, trans* Aufklärung) ist ein Bildungs- und Aufklärungsprojekt von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, das in fünf Bundesländern zu den Themen um Homo-, Bi- und Asexualität, zu trans*, inter* und zu queer arbeitet. Die Zielgruppe sind ebenfalls Jugendliche und junge Erwachsene (peer to peer Ansatz) in Schulen und Jugendgruppen. Dabei stehen die Begegnung und der Dialog im Vordergrund zwischen LSBTIQA*-Teamenden und den Jugendlichen.

Die Workshops setzten auf der einen Seite auf Wissensvermittlung und Sensibilisierung zu den Themen um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt und auf der anderen Seite geht es darum direkt mit LSBTIQA*-Jugendlichen und jungen Erwachsenen sprechen zu können und ihnen die ganz eigenen Fragen stellen zu dürfen. Die Teamenden berichten dann von ihren ganz eigenen, persönlichen Geschichten und Erfahrungen z.B. zum Thema Coming-Out.

Auf dem CoMo Camp wird die Arbeit der SCHLAU Projekte, die Inhalte, ein paar Methoden, das Selbstverständnis, die Struktur und wenn es gewünscht ist, auch die Qualitätsstandards von SCHLAU in einer offenen Runde vorgestellt.

Ganz wichtig ist, dass es in Deutschland viele weitere Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekte und Initiativen zu den Themen sexueller und geschlechtlicher Vielfalt gibt, die schon viel länger als SCHLAU diese wichtige und großartige Arbeit leisten. Diese Projekte versammeln sich unter dem Bundesverband „Queere Bildung e.V.“.

Dieses Netzwerk wird ebenso kurz vorgestellt und darüber hinaus sollen mögliche Anschlussstellen, Vernetzungsmöglichkeiten und Ideen zur Zusammenarbeit von und mit Gruppen und Netzwerken aus anderen Bereichen gesammelt und besprochen werden.

 

Aktionsvorbereitungsworkshops mit „Zucker im Tank“

Mit unserer Kampagne rufen wir zu selbstbestimmten Kleingruppenaktionen gegen die Braunkohleverstromung auf: “SEID ZUCKER IM TANK”! Aber was gehört alles zu Kleingruppenaktionen dazu?

Wir wollen Menschen darin bestärken langfristig (direkte) Aktionen durchführen zu können. Daher habe wir Workshops auf die Beine gestellt, die euch auf eine Kleingruppenaktion vorbereiten sollen. In diesen Workshops gibt es Raum zum Wissen und Fähigkeiten teilen, Erfahrungen austauschen und sich vernetzen.

1. UMFELD WORKSHOP

Unsere Mobi zielt in erster Linie auf die Aktionstage im Rheinischen Brauchkohlerevier ab. Damit auch ihr die Umgebung kennt und strategische Punkte kennenlernt, haben wir einen Workshop zusammengestellt der unser Wissen zum Revier an euch weitergeben soll.

2. PRESSE WORKSHOP Zu einer gelungenen Kleingruppe-Aktion gehört oft auch die Presse-Arbeit. Wie ihr eure Botschaft medienwirksam verpacken und selbstbewusst mit Journalist*innen umgehen könnt, lernt ihr in diesem Workshop.

3. BASTEL WORKSHOP Eine Aktion besteht nicht immer nur aus uns Menschen allein, kleine Hilfmittel können zu einer gelungenen Aktion beitragen.

4. GESA UND KNAST Das abc rhineland bietet einen Workshop zum Thema Gesa (Gefangenensammelstelle) und Knast an. Wir glauben das Thema sollte nicht zu kurz kommen, da das Repressionsorgan nicht abnimmt. Der Workshop ist dazu da, auf Erfahrungen zurückzugreifen und sich selber in dem Punkt reflektieren zu können.

ZUCKERIMTANK@RISEUP.NET / ZUCKERIMTANK.NET

 

„Ü50!“
Wir sind über 50 und (immer noch) dabei! Das ist ein Grund zu Feiern! Der Sekt ist schon da. Bringt Leckerlis mit! Der Rest wird sich ergeben… Und falls es keinen Redebedarf gibt (War früher alles besser? oder ziehen wir unsere Kraft gerade daraus, dass es in der Bewegung immer schöner wird? oder…) haben wir halt eine gute Zeit miteinander :-)“

 

Feministisches Vernetzungstreffen + Perspektiven Feministischer Bewegung(en)
„Its not my revolution if i can’t dance to it“ – Emma Goldman

Wir wollen die Zeit auf dem Connecting Movements Camp (u.a.) dafür nutzen, um uns in unseren queer-feministischen Kämpfen und  unserem Schaffen sichtbarer zu werden, uns gegenseitig zu stärken und uns bewusst als lokale und globale Bewegungen zueinander in Bezug zu setzen. Erfahren und Kennenlernen was es bereits schon alles gibt, was möglicherweise noch fehlt und wie es weiter gehen kann? Das wollen wir hier andiskutieren. Bringt eure Ideen, Strategien und Freund*innen mit!

Das Vernetzungstreffen ist eine Art moderierte Plattform, die sich in zwei Veranstaltungen aufteilt:
Teil I Samstag 19.8. 15-17.00 Uhr und Teil II Mittwoch 23.8. 10-12.30 Uhr.
Im ersten Teil am Samstag haben alle die Gelegenheit dazu, eigene queer-feministische Projekte und Zusammenhänge vorzustellen. Ob ihr als Gruppe oder alleine aktiv seid, queer-feministische Konzerte veranstaltet, Aktionen organisiert, theoretisch oder künstlerisch
arbeitet, im Internet bloggt, was Neues gründen wollt oder euch nach bestehenden Gruppen umschaut und Anschluss sucht -alles ist gewünscht! Der Schwerpunkt liegt auf Vernetzung und Austausch: Wer bist du/ihr, was machst du/ihr, was wünscht du/ihr dir/euch von dem Treffen/für das Camp/ und welche emanzipatorischen, revolutionären Ideen über das Camp hinaus können gesponnen werden? Oft hören Zusammentreffen dann an diesem Punkt auf. Doch wir wollen die Zeit auf dem Camp nutzen, um in Kleingruppen, Workshops oder der gemeinsamen Teilnahme an anderen Veranstaltungen weiter zu wirken.

„Do it Together is the new DIY/ Do it yourself!“
Am Mittwoch kommen wir zu Teil II noch mal zusammen. Dann heißt es
Rückblick und Ausblick – was ist passiert, was ist entstanden, wie geht
es weiter?

Bringt gerne für das weitere Connecting-Movements-Camp OpenSpace
Programm – sowie für die darauf folgenden Aktionstage- Texte, Filme,
Zines, Bastelsachen, Workshop-Ideen, Transpis, Lieder… mit!

„If you go alone, you will go fast – if we go together we will go far!“

 

Abschiebelager in NRW & der BRD
Wie können wir mit dem Ziel der Abschaffung der Lager weiter handlungsfähig bleiben?
Von: Eva Weber, Forschungsgesellschaft Flucht & Migration

 

Weitere Workshopzusagen

  • Älter werden in der Linken
  • feministisches Vernetzungstreffen + Perspektiven Feministischer Bewegung(en)
  • Strafrechtsverschärfungen – Ausweitung von Polizeibefugnissen & der Verknüpfung zu Polizeigewalt
  • Intersektionalität und Internationalismus
  • Perspektiven emanzipatorischer Politik auf dem Land