Workshop- und Kultur-Programm

Hier findet ihr eine Übersicht über alle Workshops, die bereits vor dem Camp festgelegt wurden. Auf dem Camp selber wird es allerdings noch viel mehr Workshops/ Angebote/ Diskussionsrunden geben, die spontan entstehen (Open Space)!

Die beiden mehrtägigen Konferenzen, die auf dem Camp zu Gast sind, werden in dieser Programm-Übersicht nicht nochmal mit aufgeführt.

Samstag, 11.08.2018
Sonntag, 12.08.2018
Montag, 13.08.2018
Dienstag, 14.08.2019
Mittwoch, 15.08.2018
Donnerstag, 16.08.2018
Freitag, 17.08.2018
Samstag, 18.08.2018
Sonntag, 19.08.2018
Montag, 20.08.2018
Dienstag, 21.08.2018
Mittwoch, 22.08.2018

Informationen zu den Programmpunkten:

Samstag, 11.08.2018

den ganzen Tag: Aufbau/Skill-Sharing

Sonntag, 12.08.2018

den ganzen Tag: Aufbau/Skill-Sharing

18:30 Gemeinsames Abendessen und Kennenlernen von Camp-Teilnehmenden und Anwohnenden

Montag, 13.08.2018

10:30-13:00 Eine kleine Einführung in den Nachhaltigen Aktivismus
mit Eva Junge
Sprache: Englisch

In diesem Workshop möchte ich eine kleine Einführung in das Konzept des „Nachhaltigen Aktivismus“ geben und warum er heute – vielleicht mehr als je zuvor – so essentiell ist. Wir wollen gemeinsam über unsere Arbeitskultur im Aktivismus reflektieren und diskutieren, wie nachhaltigere Handlungsweisen und individuelle Strategien aussehen könnten. Darüber hinaus werden wir notwendige Restrukturierungsprozesse in der Klimagerechtigkeitsbewegung ansprechen, um gemeinsam eine nachhaltigere, gesündere und liebevollere Umwelt für alle zu schaffen.

10:30-13:00 Aus vergangenen sozialen Bewegungen für die Zukunft lernen – der Movement Action Plan mit Phase 5
Sprache: Deutsch

In diesem Workshop werden wir der Frage auf die Spur kommen, durch welche Phasen soziale Bewegungen typischerweise gehen, warum wir am frustriertesten sind, wenn wir eigentlich gerade erfolgreich werden und wie wir eine starke, breite kraftvolle soziale Bewegung werden können ohne auszubrennen oder den Überblick zu verlieren.

15:00-17:30 Klamotten-und Sachen -Tauschparty

Lasst euren Kleiderschrank am Wandel teilhaben!
Tauschen statt (Kauf-)Rauschen! Liebe Menschen lasst auf dem Klimacamp am 13.8. die Fetzen fliegen und bringt die Klamotten mit, die euch nicht mehr gefallen oder passen und andere Dinge die noch in Ordnung sind und bei euch nur verstauben (altes Handy, Zelt, Werkzeug….). Der Party-zipation eurer ungenutzten Dinge sind keine Grenzen gesetzt! Im Gegenzug könnt ihr euch wiederum Klamotten und Sachen von anderen Menschen mitnehmen, die euch besonders gut gefallen. Bitte wascht die Sachen bevor ihr sie zum Tauschen freigebt und bringt nur funktionsfähige Sachen mit. Ansonsten kommt vorbei, genießt die Stimmung und bringt frischen Wind in die Gesellschaft (und den Kleiderschrank)!
PS: Alles was übrig bleibt geht als support an den Hambi!

15:00-17:30 Start des System Change: Film-making-Projekts
Sprache: Deutsch

Wir wollen Debatten anstoßen, wir wollen euer Wissen und eure Ideen sammeln, wir wollen System Change voran treiben! Und wir wollen das alles festhalten und dabei kreativ werden. Die Frage ist: wie können wir system change konkret angehen? Wie kann system change zu einer breit befürworteten Alternative zu dem bestehenden System werden und wie können Ansätze konkret umgesetzt werden? Egal was es ist wir wollen dieses Wissen sammeln und neue Ideen entwickeln und inspirieren und das alles in einem Film doumentieren. Projektort wird das System Change Zelt sein als Ort des Nachdenkens, Sammelns und Diskutierens. Aber auch Ort des kreativ werdens denn hier soll ein Film entstehen. Der Film ist als interviewbasierte Doku geplant zu der alle Menschen auf dem Camp beitragen können. Los gehen mit dem Film-Dreh wird es mit einem Treffen (voraussichtlich am 13.8.)  in dem alle kreativ und Film-Dreh interessierten ihre Film-making-skills teilen können und das Film-Konzept konkretisiert und kreativ entwickelt werden kann, der Dreh wird dann über die nächsten Camp Tage hinweg geschehen. Kommt vorbei! Ps: Menschen mit Film-making Skills die Interesse haben das Film-making zu unterstützen und skills zu sharen könen sich gerne für weitere Planung vor dem Camp melden unter: workshops-kc-rheinland-2018@riseup.net

15:00-17.30 ‚Wir‘ und ‚die Anderen‘
mit der AG Dolmetschen
Sprache: nach Bedarf

Was hat Verdolmetschung mit dem Kampf für Klimagerechtigkeit zu tun? (Alle willkommen, keine Erfahrung oder Ausbildung notwendig.) Aufbauen und Einreißen von Machtstrukturen durch Sprache in unseren Bewegungen: Einführung ins Verdolmetschen von Veranstaltungen / Plenas, der Unterschied zwischen einer Veranstaltung mit Verdolmetschung und Mehrsprachigkeit, Machtstrukturen und wie sie damit zusammenhängen welche Sprache wir sprechen und Worte verwenden. Einführung in verschiedene Möglichkeiten für Verdolmetschung. Für alle die interessiert sind, kann der Workshop in einem Open Space weitergeführt werden. Sprecht uns einfach an!

20:30 Podiumsdiskussion zum Rheinland der Zukunft
mit Beteiligung von Anwohnenden aus Keyenberg und der IG BCE
Sprache: Deutsch

Dienstag, 14.08.2018

10:30-13:00 Direct-Action-Training: Zwei Tage voll Ideen, Know-How und Ausprobieren! [Teil I]
Sprache: Deutsch

Du findest, in der Welt läuft einiges verkehrt? Und fühlst Dich ohnmächtig, weil Du oft nicht weißt, wie das Bessere gelingen oder durchgesetzt werden kann? Umweltzerstörung, Menschenrechtsverletzungen in Zwangsanstalten, Diskriminierung und Ausbeutung – so vieles passiert täglich, aber kaum etwas hilf dagegen? Dann hilft dieses Direct-Action-Training. Denn so ohnmächtig, wie es scheint, sind wir nicht. Im Gegenteil: Es gibt viele Aktionsformen, die wir kennenlernen und üben können, um uns wirksamer wehren zu können, um lauter und deutlicher unsere Stimme zu erheben oder uns politisch einzumischen: Kommunikationsguerilla, verstecktes Theater, gezielte Blockaden oder Besetzungen, intelligente Störung von Abläufen und vieles mehr schaffen Aufmerksamkeit und bieten Platz für eigene Forderungen und Visionen. Wir werden konkrete Aktionsideen besprechen, den rechtlichen Rahmen durchleuchten und einiges ausprobieren.
Das Training läuft über zwei volle Tage auf dem Klimacamp, Start jeweils zu Beginn des ersten Workshop-Blocks – und dann bis in den Abend hinein. Pausen nach Vereinbarung. Vorab informieren? www.direct-action.tk und der dort eingebundene Einführungsfilm.

10:30-13:00 1×1 für Strategiedebatten 
mit Phase 5
Sprache: Deutsch

Strategien, Taktiken, sozialer Wandel, Ziele und Reflexion – in Strategiediskussionen kann schnell mal der Überblick verloren gehen. Wir wollen den Wald vor lauter Bäumen wieder sehen lernen und uns mit den Frage und Antworten von Strategien und Taktiken beschäftigen. Damit wir auch übermorgen noch kräftig zubeißen können.

10:30-13:00 Steinkohle aus Kolumbien – Energie auf Kosten von Mensch und Umwelt
mit Gertrud Falk und Nathalie Grychtol
Sprache: Deutsch

Ende 2018 schließen die letzten Steinkohlezechen in Deutschland, die Energiegewinnung durch Steinkohle aber weiter geht und die Kohle dafür wird aus Kolumbien importiert. Im Departamento La Guajira im Norden Kolumbiens befindet sich das größte Steinkohle-Abbaugebiet Lateinamerikas, eines der größten weltweit. In El Cerrejón werden jährlich um die 32 Millionen Tonnen Kohle – ausschließlich für den Export – abgebaut. Für Klima, Umwelt und die Menschen, die dort leben, hat der Abbau verheerende Folgen: Der Abbau, und das damit verbundene Abtragen wasserführender Erdschichten verschlimmert die Wasserknappheit der ohnehin trockenen Region La Guajira und gefährdet das Recht auf Wasser und Nahrung der Bevölkerung. In Cesar –einer weiteren großen Abbauregion – ordnete die Regierung aufgrund der Luftverschmutzung durch Kohlefeinstaub an, drei Gemeinden angemessen umzusiedeln. Bis heute sind die verantwortlichen Unternehmen dem nicht nachgekommen. Darüber hinaus wurden in den Regionen weitere schwere Menschenrechtsverletzungen dokumentiert: Umgesiedelte BewohnerInnen, von Vertreibung Bedrohte und AktivistInnen, die gegen die Kohleförderung kämpfen werden unter Druck gesetzt, vertrieben und sogar ermordet. Die wenigen Täter, die überführt werden konnten, gaben an, im Auftrag der Kohleunternehmen zu agieren; die Unternehmen streiten das ab.
Der weite Weg, den diese „blutige“ Kohle bis nach Deutschland zurücklegt, macht sie im doppelten Sinne zum Klimakiller.

15:00-17:30 Markt der Möglichkeiten: Aktiv werden in der Klimabewegung – aber wo?

Der Klimawandel beschleunigt sich. Die Klimabewegung wächst und wird stärker – und deshalb müssen auch die Strukturen wachsen, die sie tragen. Ihr wollt mitmachen, wisst aber noch nicht wie genau? Auf dem Markt der Möglichkeiten stellen sich Klimagruppen vor, die sich über Verstärkung freuen. Klimaschutz braucht Organisierung!

15:00-17.30 Einführung in Verdolmetschung mit Technik
mit AG Dolmetschen & Bla-Kollektiv
Sprache: nach Bedarf

(Alle willkommen, keine Erfahrung notwendig. Neugierige willkommen, klugscheißen nicht erwünscht.)Wir haben Dolmetscherlis gefunden und uns sonst um ne möglichst mehrsprachige Veranstaltung gekümmert. Und wie funktioniert das jetzt mit der Technik? Einführung in wenig komplizierte und kompliziertere Dolmetschtechnik die unterwegs, im freien, für kleine Treffen aber auch Plenas und Konferenzen funktioniert. Für alle die interessiert sind, kann der Workshop in einem Open Space weitergeführt werden. Sprecht uns einfach an!

15:00-17:30 Direct-Action-Training: Zwei Tage voll Ideen, Know-How und Ausprobieren! [Teil II]
Sprache: Deutsch

Beschreibung siehe Dienstag 10:30-13:00

20:30-22:30 Film Brand II „Gegenwart der Dörfer und Bepreisung von Natur“
mit anschließende Diskussion mit der Filmemacherin Susanne Fasbender
Sprache: Deutsch mit Englisch Untertitel

BRAND II erzählt von der Zerstörung einer jahrhundertealten Kulturlandschaft für den Braunkohleabbau im Rheinland bis ins Jahr 2027 hinein. Der Film macht die Tiefe dieses existentiellen Einschnitts begreifbar, den nicht nur die erzwungene Umsiedlung, sondern das Wissen um die restlose Vernichtung dessen, was das Wort „Zuhause“ mit all seinen bis in die Sprache, bis in die Tradition der Gewerke und einige jahrhunderte alte Familiengeschichten besser trifft, als der hoch aufgeladene und politisch leider missbrauchte Begriff „Heimat“. Gleichzeitig vertiefen Jutta Kill und Clive L. Spash in BRAND II die Betrachtung unseres gesellschaftlichen Naturverhältnisses, das durch finanztechnische Maßnahmen wie der Bepreisung von „Naturdienstleistungen“, die im Rahmen des Emissionshandels eingeführt wurden, subtil aber grundlegend geprägt wird und fragen nach unserer eigenen Verankerung in der gesamten uns umgebeden fossilen Infrastruktur.

Der Film ist Teil einer Trilogie über Fossiles Wirtschaften, Braunkohle, Klimapolitik und den Widerstand im Rheinischen Revier – die anderen beiden Teile werden ebenfalls auf dem Camp gezeigt.

Mittwoch, 15.08.2018

10:30-13:00 Direct-Action-Training: Zwei Tage voll Ideen, Know-How und Ausprobieren! [Teil III]
Sprache: Deutsch

Beschreibung siehe Dienstag 10:30-13:00

10:30-13:00 Strategie des Klimacamps und Klimacamp 2019
Sprache: nach Bedarf

10:30-13:00 Tiefenökologie: Die innere Krise bewältigen um die äußere zu bekämpfen [Teil I]
Sprache: Deutsch

Tagesworkshop in 2 Teilen.
Alles steht in einer Verbindung zueinander und beeinflusst sich gegenseitig. Gleichzeitig entsteht aus diesem Zusammenspiel mehr als die Einzelnen Akteure beitragen können – aus Feuer und Wasser wird Dampf, eine Eigenschaft, die nur beide zusammen schaffen können. Die Menschen nehmen massiv Einfluss auf diese Systeme und sind zugleich ein Teil von ihnen. Zu erkennen, wer wir in diesem System sind, stärkt unsere Motivation dieses Zusammenspiel zum Besten Aller zu gestalten. Uns ist klar, was schief läuft im Rheinland, in Deutschland, auf der Welt. Wir haben das Wissen um Ursachen und Wirkungen von Umweltproblemen. Unsere Motivation gegen Tagebau, Klimawandel etc. anzukämpfen ist schlüssig zu begründen. Wie vermitteln wir diese Botschaft? Es ist nahezu unmöglich mit Fakten und Wissen anderen Menschen zu vermitteln, was unser Anliegen ist. Dazu braucht es wirklichen persönlichen Kontakt zu den Menschen und zu sich selbst.
Mit vielen praktischen Übungen zum Verstehen von Systemen und zur eigenen Motivation für den Umwelt- und Klimaschutz sowie zum Kontakt mit sich und anderen Menschen angesichts äußerer Krisen.

15:00-17:30 You never walk alone – Verbündete finden, Überblick behalten, kollektiv Handlungsfähig werden
mit Phase 5
Sprache: Deutsch

Du oder deine Gruppe hat großartige Ideen für Aktionen und Weltveränderung? Wir haben die Methoden wie diese kollektiv ausdiskutiert und gestaltet werden können. Egal ob Kleingruppe, Einzelperson oder großes Bündnis – mit den richtigen Fragen und ein paar Werkzeugen können eure Aktionen noch wirksamer werden.

15:00-17:30: Kohle und Uran, Extractive Industries – Umwelt und Menschenrechte

mit Leona Morgan und Günter Hermeyer

Leona Morgan (Diné)berichtet über Kohle und Uranbergbau und dessen Folgen für Land und Menschen im Südwesten der USA. Günter Hermeyer und Kampagne Don´t Nuke the Climate! über die Versuche der Atomindustrie ihre Form der Energiegewinnung als „CO2-arm“ darzustellen, und sich damit im Energiesektor wieder neu zu platzieren. Neue Uranbergwerke. Insbesondere in Afrika wäre die Folge. Betrachtung internationaler Strategien gegen Kohle und Atom und Erörterung von Möglichkeiten der Solidarität.

10:30-13:00 Direct-Action-Training: Zwei Tage voll Ideen, Know-How und Ausprobieren! [Teil IV]
Sprache: Deutsch

Beschreibung siehe Dienstag 10:30-13:00

15:00-17:30 Tiefenökologie: Die innere Krise bewältigen um die äußere zu bekämpfen [Teil II]
Sprache: Deutsch

Tagesworkshop in 2 Teilen.
Alles steht in einer Verbindung zueinander und beeinflusst sich gegenseitig. Gleichzeitig entsteht aus diesem Zusammenspiel mehr als die Einzelnen Akteure beitragen können – aus Feuer und Wasser wird Dampf, eine Eigenschaft, die nur beide zusammen schaffen können. Die Menschen nehmen massiv Einfluss auf diese Systeme und sind zugleich ein Teil von ihnen. Zu erkennen, wer wir in diesem System sind, stärkt unsere Motivation dieses Zusammenspiel zum Besten Aller zu gestalten. Uns ist klar, was schief läuft im Rheinland, in Deutschland, auf der Welt. Wir haben das Wissen um Ursachen und Wirkungen von Umweltproblemen. Unsere Motivation gegen Tagebau, Klimawandel etc. anzukämpfen ist schlüssig zu begründen. Wie vermitteln wir diese Botschaft? Es ist nahezu unmöglich mit Fakten und Wissen anderen Menschen zu vermitteln, was unser Anliegen ist. Dazu braucht es wirklichen persönlichen Kontakt zu den Menschen und zu sich selbst.
Mit vielen praktischen Übungen zum Verstehen von Systemen und zur eigenen Motivation für den Umwelt- und Klimaschutz sowie zum Kontakt mit sich und anderen Menschen angesichts äußerer Krisen.

20:30 Red Lines High – An Aerial Circus Act
mit Eva Junge & Alexandra Hanisch
Sprache: Englisch

We are a duo of vertical silks acrobats addressing a movement of mass actions of civil disobedience in the struggle against lignite mining in Germany, known as „Ende Gelände“.  In the course of 25 minutes we explore personal experiences as „climate activists“ involved in the protests. Based on a blog written by Ben Winston, who participated in the first Ende Gelände Action in 2015 in the Rhineland, we reflect on fears and hopes, anger and the duality between police and activists. With our performance we want to give hope and strength to all people engaged in the climate justice movement.
This performance is a first step in our intent to combine our passion for vertical silks with the fight against coal mining.

21:30 Konzert mit Gerd Schinkel
Sprache: Deutsch

Seit mehr als 40 Jahren singt Gerd Schinkel aus Köln seine roots-musikalischen Lieder in deutscher Sprache zu aktuellen und zeitlosen Themen

Donnerstag, 16.08.2018

10:30-13:00 Lokal- und Klimagruppen-Gründung
mit Referent*innen von ausgeco2hlt
Sprache: Deutsch

Ihr wollt euch auch über das Kilmacamp hinaus engagieren? Ihr wollt euch mit Gleichgesinnten aus eurer Stadt treffen um über Klimagerechtigkeit/Kohleausstieg und andere Themen zu sprechen und aktiv zu werden? Und/Oder ihr seid noch nicht in einer Gruppe aktiv oder vernetzt aber ihr wollt es werden? Dann kommt zu unserem Lokal- und Themengruppen-Gründungs Treffen! Die Initiative Let’s Organize wird uns unterstützen lokale bzw. thematische (Klein)gruppen zu finden und zu gründen, um die Arbeit, Aktionen und Debatten für ein gerechteres Klima voranzutreiben. In diesem Workshop wollen wir uns mit den Grundlagen der lokalen Organisation auseinandersetzen und andere Leute aus der Region, in der wir leben, kennenleren, die bald schon gemeinsam eine neue Klimagerechtigkeits-Gruppe sein könnten?

15:00-17:30 Warum Ökosozialismus?
mit Marijke Colle, Belgien
Sprache: Englisch

Ursache sowohl der ökologischen als auch der ökonomischen Krise ist der Kapitalismus. Die ökosozialistische Alternative steht für eine Gesellschaft, die auf Respekt für die Natur und die Menschen beruht. Die möglichen Alternativen werden durch die Beschränkungen bestimmt, die sich aus der ökologischen Krise ergeben. Die materielle Produktion muss limitiert werden und muss berücksichtigen, dass es die globale Erwärmung gibt und dass die Gefahr der Zerstörung von ganzen Ökosystemen besteht. Nötig ist etwas ganz anderes als „ökologische Marktwirtschaft“, ist mehr als eine vage „ökosoziale Transformation“, nötig ist eine bewusste ökosozialistische Umwälzung der bestehenden Verhältnisse, nötig sind eine ökosozialistische Revolution und eine neue Zivilisation. Grundlagen einer ökosozialistischen Gesellschaft müssen soziale Gerechtigkeit und Respekt für die Natur sein.

15:00-17:30 Bergbauprojekte in Russland und Widerstand
mit Tjan Zaotschnaja, organisiert von ausgeCO2hlt Köln
Sprache: Deutsch

Aus keinem anderen Land kommt mehr Steinkohle nach Deutschland als aus Russland. Doch wie wird die Kohle dort eigentlich abgebaut? Davon erzählt die russische Umweltaktivistin Tjan Zaotschnaja. Sie thematisiert die Praktiken der Rohstoffkonzerne und politischen Organe in den russischen Abbaugebieten. Dort kommt es immer wieder zu Repressionen und Vertreibungen. Sie spricht aber auch über die Kämpfe gegen den Steinkohleabbau, etwa am Beispiel der Schoren.

20:30-22:30 Film Brand I “ Vom Eigentum an Land und Wäldern“
Sprache: Deutsch mit Englisch Untertitel

Die Künstlerin Susanne Fasbender bereiste das Rheinische Braunkohlenrevier und schuf ein umfassendes Filmwerk, in dem sie die Zusammenhänge zwischen Rohstoffabbau, Landnahme, Wirtschaftswachstum und Klimakrise auf beeindruckende Weise analytisch zu fassen weiß. Sie versteht es, ihren subjektiven, unter dem Eindruck der drohenden Klimaentwicklungen durchaus emotionalen Blick künstlerisch mit einer Filmsprache zu vereinen, die den Film grundlegend unaufgeregt durchzieht. Der Zuschauer bekommt Gelegenheit, in die lokalen Gegebenheiten einzutauchen und dabei gleichzeitig den für industrielles Wachstum und ökologische Zerstörung exemplarischen Charakter nachzuvollziehen, da die Geschehnisse durchgehend von strukturell analytischen Interviews begleitet werden.  Der Film lädt das Publikum geradezu dazu ein, sich aktiv an einem für die Zukunft von Mensch und Natur unerlässlichen zivilgesellschaftlichen Diskurs zu beteiligen.

Der Film ist Teil einer Trilogie über Fossiles Wirtschaften, Braunkohle, Klimapolitik und den Widerstand im Rheinischen Revier – die anderen beiden Teile werden ebenfalls auf dem Camp gezeigt.

Freitag, 17.08.2018

10:30-13:00 Strategie des Klimacamps und Klimacamp 2019
Sprache: nach Bedarf

10:30-13:00 Zwischen Agro- und Petrochemie – das Rheinland als Chemie-Produktionscluster in der Klimakrise
Mit Jan Pehrke (Coordination gegen Bayer Gefahren – CBG)
Sprache: Deutsch

Wegen der RWE-Braunkohlentagebaue ist das Rheinland in den letzten Jahren in den Fokus der Bewegung für Klimagerechtigkeit gerückt. Gleichzeitig ist das Rheinland aber auch einer der großen globalen Chemie-Produktionscluster. Neben Bayer/Monsanto in Leverkusen, Shell in Wesseling, Evonik, Henkel und Lanxess gibt es ca. weitere 250 Unternehmen. Insbesondere die 62,5 Mrd. schwere Fusion der Chemie-Riesen Bayer und Monsanto hat Aufmerksamkeit auf die Region als global relevanter Standort fossilistischer Industrieproduktion gelenkt. Seit langem gibt es im Rheinland Protest gegen einzelne Produkstionsbereiche oder – verfahren, zumeinst aber punktuell. Die „Coordination gegen Bayer Gefahren“ nimmt seit 25 Jahren einen der vier oligopolistischen global Player der Agrochemie ins Visier; Proteste gibt es hin und wieder auch gegen die Raffinerien und die dortigen häufigen Unfälle – inklusive Chemikalienfreisetzung – südlich von Köln.
Welche Rolle spielen die (rheinische) Agro- und Petrochmie in der Klimakrise? Welche zivilgesellschaftliche Strategien gibt es gegen transnationale Chemiekonzerne? Was sind neue Ansatzpunkte für soziale Bewegungen? Wie sehen Konturen einer sozial-ökologischen Transformation der Chemie-Industrie aus?

10:30-13:00 Pfade nach Utopia – Über Bedingungen einer Praxis des Arbeitens an und Konturen einer post-fossilistischen, post-kapitalistischen Gesellschaft
mit Alexis J. Passadakis, Attac
Sprache: Deutsch

„Das Ende der Welt erscheint plausibler, als ein Ende des Kapitalismus“ lautet ein geflügeltes Wort. Kein Wunder, den nicht zuletzt durch die umfassende Biosphärenkrise (Klimaerwärmung, Biodiversitätsverlust etc) ist die Zukunft zwar prinzipiell offen, aber dennoch auf dystopische Weise vorstrukturiert. Eine globale autoritäre/proto-faschistische politische Dynamik auf allen Kontinenten verdüstert zusätzlich den Horizont. 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des real-existierenden Kapitalismus erscheint es daher vielen Akteuren in sozialen Bewegungen dringlich, die Frage nach grundsätzlichen Alternativen neu aufzuwerfen und eine Praxis des Nachdenkens und Erprobens von Elementen einer post-kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu entwickeln. Welche Anknüpfungspunkte für eine demokratische sozial-ökologische Transformation gibt es? Wer ist das Subjekt/Akteur? Welche Formen von Staatlichkeit ermöglichen einen tatsächlichen Umbau?

15:00-17:30 Wie führe ich ein Interview?
mit Presse AG des Klimacamps
Sprache: Deutsch

15:00-17:30 „Klimagerechtigkeit, was ist das? Geschichten aus dem Revier und anderswo“
Sprache: Deutsch

Wenn wir nachhaltig Ungerechtigkeiten abschaffen wollen, müssen wir zuerst verstehen, worin sie bestehen. In unserem Workshop werden wir versuchen uns dem Thema der Klima(un)gerechtigkeiten zu nähern indem wir unterschiedliche Wissensformen in Austausch bringen; aus akademischer und gelebter Sicht wollen wir zusammen Geschichten über Klimaungleichheiten erzählen, um einen Raum der Verbundenheit und des Austausches für Interessierte und Betroffene zu schaffen.

15:00-17:30 Öffentlicher Personenverkehr statt Autoverkehr: Kann das gehen?
mit Hans Peter, ISO & Klaus Meier, Ökosozialistisches Netzwerk
Sprache: Deutsch

Durch den Dieselskandal gerät die Autoindustrie auch in Deutschland zunehmend in die Kritik. VW, Mercedes und BMW setzen aber weiter auf klimaschädliche Verbrenner und Individualverkehr. Doch auch die angebliche Alternative, Elektroautos, sind kritisch zu sehen. Im Workshop soll geklärt werden: Welche Strategie fahren die deutschen Autokonzerne? Warum ist die Ressourcenbilanz und der Energieverbrauch von E-Autos kritisch zu sehen?
Weitere Fragen sollen diskutiert werden: Könnten öffentliche Verkehrsmittel den gesamten heute noch von Autos bewältigten Personenverkehr übernehmen? Wie stark müsste der ÖPV dafür ausgebaut werden? Sollten sich Autogegner für neue Straßenbahnen einsetzen? Könnten in manchen Orten urbane Seilbahnprojekte eine Ergänzung sein? Wäre das bezahlbar? Was würde die Einführung eines Nulltarifs im ÖPV kosten? Was können neue Radschnellwege in den Großstädten leisten? Wie können wir eine Stadt der kurzen Wege erreichen? Wie soll die fußgänger- und fahrradgerechte Stadt aussehen?

15:00-17:30 Gewerkschaften zwischen Arbeitsplätzen und ökologischer Zukunft: Gewerkschafter*innen für den Klimaschutz
Sprache: Deutsch

Zwischen den Positionen einiger deutscher Gewerkschaften und denen der Klimabewegung scheinen Welten zu liegen. Besonders die IG BCE glaubt die Interessen ihrer Mitglieder zu vertreten, indem sie das unvermeidliche Ende der Kohle hinauszögert. Im Workshop möchten wir diskutieren wie es gelingen kann, Beschäftigte aus den Gewerkschaften für den Klimaschutz zu gewinnen und ob die Kohlekommission dazu einen Beitrag leisten kann.

20:30 Konzert Rap „Génération Stop Murdering“ von Hobskur
Sprache: Französisch

Eine einstündige musikalische Reise gegen soziale und politische Ungerechtigkeiten und Polizeigewalt. Der Rapper Hobuskur nimmt uns mit in die Straßen Doualas in Kamerun und erzählt uns mit einer Mischung aus Geschichten und Liedern wie „fuck les politiques“ oder „Ne tire plus“ von seiner Wut und seinen Hilferufen.

„Une heure de voyage musical contre les inégalités sociales, politique et les violences policières. Entre histoire et chansons, de son titre „fuck les politiques“ à „Ne tire plus“ le Rappeur Hobskur nous baladera par ses cris de colères et ses appels d’urgences dans les rues de Douala au Cameroun.“

One hour of musical travel against social inequalities, politics and police violence. In between histories and songs, from «fuck les politiques» to «Ne tire plus», the rapper Hobskur will take us around his anger and emergency calls in the streets of Douala, in Cameroon.

22:00 Party with queerfeminists DJs

Samstag, 18.08.2018

10:30-13:00 Atomausstieg? Pustekuchen!
Sprache: Deutsch

Infos und Hintergründe zur zeitlich unbegrenzten Urananreicherung und Brennelementefertigung in Deutschland. Wie RWE und EON weiter im Atomgeschäft bleiben. Beide Atomanlagen in Lingen und Gronau sind bis jetzt vom „sogenannten Atomausstieg“ ausgenommen. Sie können zeitlich unbegrenzt arbeiten. Die Urananreicherungsanlage der „Urenco“ in Gronau ist fähig Uran für Atombomben anzureichern. Hinter den Kulissen arbeiten RWE und EON an dem Verkauf der Urenco an ein japanisch/ US Amerikanisches Konsortium. Die Brennelementefabrik in Lingen beliefert Doel und Tiange. Wir berichten von unseren Aktionen dagegen.

10:30-13:00 Fahrradtour zu den Geschichten des Widerstands im Rheinischen Revier
Sprache: Deutsch

Wir werden bei dieser Radtour Menschen aus dem langjährigen Widerstand, von Umsiedlung Betroffene, Umgesiedelte und andere in den Dörfern im Tagebaugebiet Garzweiler II besuchen. Durch die Begegnungen wollen wir die Perspektiven und die Bedürfnisse der vor Ort lebenden Menschen besser verstehen lernen.

20:30 Chor Andere Saiten

Wir, die „Anderen Saiten“ sind drei Familien, die gerne Zeit zusammen verbringen und dabei immer auf vielfältige Art und Weise gemeinsam musizieren! Außerdem sind wir ein Chor, der sich vorgenommen  hat die Welt zu retten. Auf dem Weg dahin wollen wir dazu beitragen,  die Chormusik als politische Aktionsform zu etablieren. Man trifft uns bisher vor allem auf Anti-AKW Demos, wir haben uns aber vorgenommen in Zukunft auch in anderen Bereichen unsere Meinung einzusingen. Für unsere Aktionen schreiben wir Texte für bestehende Chorsätze alter und neuer Meister.

22:00 Solokabarett mit Politik und Poesie von Sunna Huygen

HORIZONT, geschnitten oder am Stück
Sie schielt über den eigenen Tellerrand, sucht Wege, übt Populismus und fragt, ob es reicht, dass immerhin der Himmel für alle da ist. Vielleicht hilft Poesie dabei, weiter zu gucken als nur bis zum nächsten sexistischen Spruch. Oder backen? Und wenn die Gesellschaft nach rechts rutscht, was sehen wir dann, wenn wir nach oben gucken?
Unterm Horizont gelacht und gebrüllt von Sunna Huygen

Sonntag, 19.08.2018

ab 16:00 Das Klimacamp lädt ein zu Kaffee & Kuchen& Austausch
Sprache: Deutsch/ nach Bedarf

Wie war das Camp? Welche Wünsche haben sie für 2019?

16:00-17:30 Abschlussdiskussion im Plenum: die Zukunft des Klimacamps/Klimacamp 2019
Sprache: Deutsch/ nach Bedarf 

20:30-22:30 Film Brand III „Widerstand im reichen Land“
Sprache: Deutsch mit Englisch Untertitel

Susanne Fasbender blickt In BRAND III zurück auf erste Klimacamps im Rheinland, besuchte engagierte BürgerInnen gegen Gesundheitsschäden durch Braunkohleverstromung und erzählt die Geschichte der Waldbesetzung im Hambacher Forst. Sie hat in Kooperation mit dem Hambacher Forst Filmkollektiv über mehrere Jahre einige der vielen Ereignisse des Widerstandes begleitet, um diese individuellen Grenzüberschreitungen nicht nur zu dokumentieren, sondern ihnen einen Raum zu geben, in dem dahinter liegende Konzepte erklärt werden und persönliche Gedanken zu Wort kommen. AktivistInnen sprechen von Taktiken und Motivation, von ihren Erfahrungen damit, im Wald zu leben und sich gleichzeitig mit ihrem Kampf für eine lebenswerte Zukunft einer antiökologischen Aufstandsbekämpfung mit unsicherem Ausgang auszusetzen.

Der Film ist Teil einer Trilogie über Fossiles Wirtschaften, Braunkohle, Klimapolitik und den Widerstand im Rheinischen Revier – die anderen beiden Teile werden ebenfalls auf dem Camp gezeigt.

Montag, 20.08.2018 bis Mittwoch 22.08.2018

den ganzen Tag: Abbau/Skill-Sharing