Auch 2017 wird es mindestens ein Camp geben!

Das erste Treffen für das KLimacamp im Rheinland 2017 wird vom 13.-15.1.17 in Kassel stattfinden. Hier findest du weitere Infos zum Treffen. Bis die neue Vorbereitungsgruppe die Seite für das Camp 2017 auffrischt befindet sie sich im Winterschlaf. Bei fragen kannst du dich aber an klimacamp-im-rheinland[ÄTT]autistici.org wenden.

Was passierte beim Klimacamp 2016?

Bilder von Camp 2016 findest du bei Flickr, Videos bei Vimeo und Youtube/ecapio eine Übersicht der Aktionen vom Aktionslabor unter Climateactionmap und bei Twitter:  #climatejusticeaction #ClimactionMap

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Auch 2016 gab es ein Klimacamp im Rheinland vom 19.-29. August. Auf dem Klimacamp fand wie im letzten Jahr die Degrowth-Sommerschule vom 19.-23.08.2016 statt. Im Anschluss daran war das Aktionslabor vom 24.-29.08.2016 zu Gast auf dem Klimacamp. Das Klimacamp und die Degrowth-Sommerschule standen 2016 unter dem Motto „Skills for System Change“.

Klimacamp im Rheinland geht mit erfolgreichen Protestaktionen zu Ende

Lützerath, den 29. August 2016 Das Klimacamp im Rheinischen Braunkohlerevier geht heute mit letzten Protestaktionen gegen den Braunkohleabbau und für Klimagerechtigkeit zu Ende. Zu Gast waren auf dem Camp die „Degrowth-Sommerschule“ und das „Aktionslabor“. Die Klimaaktivisten suchten vor Ort das Gespräch mit Gewerkschaftsvertretern sowie der lokalen Bevölkerung und machten mit zahlreichen kreativen Aktionen sowie Tagebaublockaden auf ihr Anliegen aufmerksam.

„Wir konnten in diesem Jahr beweisen, dass wir Leben schützen und Neues schaffen, statt Leben zu gefährden. Das haben Aktionen wie die Wiedereröffnung der Schule und der solidarische Kerzenzug durch den von der Abgrabung bedrohten Ort Immerath gezeigt, der auf die Situation der lokalen Bevölkerung aufmerksam machte. Auch die große Sitzblockade vor dem Tagebau zeugt davon. Wir wollen und brauchen einen sofortigen Kohleausstieg – für die Menschen vor Ort, für unsere Zukunft und die der kommenden Generationen“, so Judith Zimmermann, Pressekontakt des Klimacamps.

Die kleineren Tagebaublockaden gegen den Energiekonzern RWE und den Kohleabbau hatten am Sonntag trotz hohem Polizeiaufgebot zu einer Abschaltung von Kohlebaggern geführt. Die Polizei hielt ihre Ankündigung nicht ein, in diesem Jahr deeskalativ vorgehen zu wollen: Bei der Räumung einer friedlichen Sitzblockade wurde eine Person durch Polizeikräfte verletzt und mehrere Menschen in Gewahrsam genommen. Bei einer weiteren Aktion der Klimaschützer nahm die Polizei einen Fotojournalisten fest.

Auch im kommenden Jahr werden die Klimaproteste fortgesetzt. Das Klimacamp im Rheinland kündigt für 2017 an, zum zweiten Mal das Bündnis „Ende Gelände“ zu einer Massenaktion zivilen Ungehorsams zu Gast zu haben. An Pfingsten hatten sich in diesem Rahmen knapp 4000 internationale Aktivisten getroffen und für mehrere Tage einen Braunkohletagebau sowie ein Kraftwerk in der Lausitz stillgelegt.

Warum Skills for System Change?plakat1
Hast du dich auch schon mal gefragt, wie das eigentlich gehen soll: „SYSTEM CHANGE NOT CLIMATE CHANGE!“? Und ob wir wirklich den Kapitalismus überwinden müssen, um den Klimawandel aufzuhalten? Oder wie wir stattdessen leben können? Wie sieht das eigentlich aus, dieses gute Leben für alle?
Viele Fragen, auf die es viele Antworten gibt. Auf dem Klimacamp und bei der Degrowth-Sommerschule wollen wir uns die Zeit nehmen, diesen Fragen nachzugehen. Dabei erlernen wir „SKILLS FOR SYSTEM CHANGE“! Theoretisch, praktisch und gemeinsam.

Was ist das Klimacamp?
Klimacamps sind das Herz der Klimabewegung. Auch im Rheinland werden wir …
…alternativ zusammenleben: herrschaftskritische Selbstorganisierung, eigene Stromversorgung, Kompostklos, Musik und vieles mehr!
…Vernetzung schaffen. Auf dem Camp lernen sich nicht nur Menschen, sondern auch Bewegungen kennen.
…uns bilden. Es wird Kurse, Workshops, open space, Podiumsdiskussionen, Räume und Programm für Kinder und Jugendliche sowie ein Kulturprogramm geben. Inhaltlich wird ein vielfältiges Programm von der theoretischen Analyse des Klimawandels bis hin zum praktischen Windradbauen geboten. Wir werden uns täglich einem Thema widmen, das wir in verschiedenen Formaten auf dem Camp behandeln und mit allen diskutieren möchten, z.B. „Systeme verstehen“ oder „Utopien entwickeln“. (s.u. Tagesthemen)
…Aktionen gestalten. Schon in den letzten Jahren gab es parallel zum Klimacamp immer Protestaktionen. Letztes Jahr was die Aktion ENDE GELÄNDE, dieses Jahr ist nach Abschluss der Degrowth-Sommerschule das Aktionslabor zu Gast auf dem Klimacamp.

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Eingang zum Klimacamp

Was ist die Degrowth-Sommerschule?
Die Degrowth-Sommerschule findet diesesdegrowth Jahr zum zweiten Mal auf dem Klimacamp statt. Letztes Jahr haben wir uns intensiv mit dem Einfluss von Wachstum auf Klimaungerechtigkeit befasst. Dieses Jahr wollen wir gemeinsam Fähigkeiten erarbeiten, die es braucht, um diese Wachstumszwänge zu überwinden. Die Sommerschule besteht aus mehrtägigen Kursen, in denen feste Gruppen an einem Thema arbeiten. Du kannst Dich über die Homepage der Sommerschule für die Kurse anmelden. Hier findest du auch alle weiteren Infos: www.degrowth.de/de/sommerschule-2016/

Was ist das Aktionslabor?
drawing2.2„Das Aktionslabor ist dafür da, bewährte Aktionsformen weiter zu denken sowie an neue Situationen und Umgebungen anzupassen. Wir wollen mit vielfältigen Aktionen die Kohleinfrastruktur im Rheinischen Braunkohlerevier stören. Wir haben mit „Ende Gelände“ eine sehr erfolgreiche Großaktion zivilen Ungehorsams durchgeführt. Die kollektiven Erfahrungen, die dort gemacht wurden, haben dazu geführt, dass die Klimabewegung gerade einen ganz neuen Aufschwung erfährt. Um als Bewegung erfolgreich zu sein, brauchen wir viele unterschiedliche Aktionsformen, die sich auch mit wenigen Menschen und im Alltag durchführen lassen. Deswegen wollen wir mit dem Aktionslabor einen Rahmen schaffen, in dem weitere Aktionsformen kennengelernt und angewendet werden können.“
Das ganze Interview zum Aktionslabor findest du hier. Alle weiteren Infos findest du hier: www.aktionslaborrheinland.wordpress.com/

Warum im Rheinland?
Seit 2010 findet jedes Jahr im Rheinischen Braunkohlerevier ein Klimacamp statt. Das Kohlerevier ist die größte CO2-Quelle Europas. Für den Kohleabbau werden immer noch Menschen zwangsumgesiedelt und Dörfer und Landschaften zerstört. Neben dem Klimacamp gibt es seit 2012 eine Waldbesetzung im Hambacher Forst. Letztes Jahr kam es bei der Aktion „Ende Gelände“ zu einem Höhepunkt der Klimabewegung: Mehr als tausend Menschen besetzten für einen Tag einen Tagebau im Rheinischen Revier.

Was sind die Tagesthemen?
Damit wir besser gemeinsame Debatten führen können, haben wir Themen entwickelt, die wir an einzelnen Tagen zur Diskussion stellen wollen. Diese sind:

I. Systeme verstehen – Kapitalismus und Herrschaft hinterfragen
II. Utopien entwickeln – gemeinsam die Richtung des Wandels finden
III. Bündnisse schmieden – Solidarität leben und den Wandel organisieren
IV. Brücken bauen – Transformationsprozesse gerecht gestalten
V. Hegemonie aufbrechen – Rassismus und Neoliberalismus entgegentreten

Mehr zu den Tagesthemen findest du in Kürze beim Programm.