Klimacamp geht zu Ende – Widerstand geht weiter

Am heutigen Sonntag endet das Klimacamp im Rheinland. Nach einer tollen Abschiedsfeier gestern Abend beginnen die verbliebenen Campteilnehmer_innen mit dem Abbau, der noch bis Dienstag oder Mittwoch dauern wird. Wer helfen möchte ist gerne willkommen.

Insgesamt haben etwa 500 Menschen das Camp besucht und gezeigt, dass der Widerstand gegen den Klimakiller Braunkohle auch im 5 Jahr nicht abflaut. Einige werden sich daran erinnern, dass das erste Klimacamp im Rheinland 2010 in Borschemich mit etwa 100 Teilnehmer_innen statt fand. Nachdem es in diesem Jahr viele Probleme mit der Suche nach einer Campfläche gab, haben wir gezeigt, dass RWE, Polizei und Politik es nicht schaffen werden das Camp aus der Region zu vertreiben. Dieses Jahr haben es Aktivist_innen es sogar geschafft so weit in das Territorium von RWE einzudringen wie in noch keinen Camp zuvor. Mehrere Male wurden im Tagebau Garzweiler II Schaufelradbagger blockiert. Auf der Hambach Kohlebahn wurden Züge gestoppt und am Werkstor von Garzweiler die LKW’s daran gehindet zur Kohleinfrastruktur zu gelangen. Ein weiterer Höhepunkt war das Straßenfest in Borschemich am Mittwoch den 30. Juli. Zusammen mit der Tour de Natur und lokalen Initiativen haben wir das schon fast komplett umgesiedelte Dorf noch einmal belebt. Auf dem Klimacamp selbst gab es auch eine Vielfalt an spannenden Workshops, die zu vielen Diskussionen anregten. Ein Schwerpunkt in diesem Jahr war das Thema Postwachstum und der Klimagipfel 2015 in Paris. Was die Klimabewegung im Jahr 2015 machen will wird vom 3. bis 5. Oktober bei der Aktionskonferenz in Köln diskutiert werden.

An dieser Stelle möchten wir auch allen Gruppen, Kollektiven und Initiativen danken, die das Klimacamp unterstützt haben und ohne die es nicht möglich gewesen wäre. Danke an die Vokü Rampenplan, die Demosanis, die Stromcrew, Out of Action, Störfaktor, dem Rheinland Ermittlungsausschuss und allen anderen die mitgeholfen haben.


Klimaretter.info einen tollen Artikel über das gesamte Camp geschrieben:
http://www.klimaretter.info/protest/hintergrund/16943-zwei-wochen-widerstand

In diesem Sommer gibt es aber noch viele weitere Camps, Aktionen und Kongresse:

Vom 2. bis zum 11. August findet das Camp „Büchel atomwaffenfrei“ in der Eifel statt
http://www.buechel-atomwaffenfrei.de/camp-aktionen-2014/camp/

14. bis 20. August : Reclaim the Power – Anti Fracking Action Camp in Blackpool, England
http://www.nodashforgas.org.uk/

16.bis 24. August : Lausitzer Klima- und Energiecamp in Kerkwitz bei Guben. Dort findet auch am 23. August die Antikohle-Menschenkette statt, die Teil der Kohleausstieg ist Handarbeit Kampagne ist.
http://www.lausitzcamp.info/

17. bis 25. August : War starts here Camp in der Altmark bei Magdeburg
http://warstartsherecamp.org/

27. bis 31. August : Squatting days in Hamburg
http://squattingdays.noblogs.org/

2.bis 6. September : Degrowth Konferenz in Leipzig
http://leipzig.degrowth.org/de/

3. bis 5. Oktober : Aktionskonferenz von Energiekämpfe in Bewegung
http://ekib.blogsport.eu/kohleausstieg-ist-handarbeit/

Im Herbst beginnt auch wieder die Rodungssaison im Hambacher Forst
http://hambacherforst.blogsport.de/

3 Gedanken zu „Klimacamp geht zu Ende – Widerstand geht weiter

  1. Pingback: Rückschau auf’s Klimacamp « irRWEg

  2. Senf Dazu

    Schon lustig. Warum stören sich eigentlich immer nur Sozialarbeiter, Philosophen und andere Geisteswissenschaftler an Tagebau und Technik. Wenn man sich für den Erhalt der Natur einsetzt und sich dafür interessiert, wäre dann ein naturwissenschaftliches Studium oder ein technischer Beruf nicht zweckdienlicher? Ingenieure und Physiker, die sich gegen den Tagebau auflehnen sind aber nie zu sehen. Stattdessen schmoren Klimacamper, Buirer für Buir und Waldbesetzer im eigenen Saft. Und weil sich keiner für sie interessiert – die nicht vorhandene Presseberichterstattung zum Klimacamp hat das eindrucksvoll bewiesen – verbünden sich mit anderen „Dagegen-Bürgern“. Massentierhaltung, Flughafen- und Bahnhofsbau, Rüstungsindustrie, Finanzmärkte, Globalisierung an sich: Egal wogegen du bist, beim Klimacamp bist du willkommen. Neulich hat eine Aktivistin der Presse gegenüber gesagt „Wenn das nötig ist, damit ich Strom habe, will ich lieber auf Strom verzichten. Abscheulich. Jeder vernunftbegabter Mensch möchte ihr entgegen rufen: „Ohne das hier würdest du nicht leben. Du wärst nicht mal geboren und deine Eltern auch nicht!“
    Sie faseln von verbrannter Erde und merken gar nicht, dass die Landschaft in der sie sich bewegen und die sie vor dem Tagebau retten wollen, zum großen Teil längst Tagebau gewesen und heute wieder wunderschön ist. Die Leute flüchten nicht vorm Tagebau. Sie ziehen dort hin!

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    1. Jan

      Es waren einige Naturwissenschaftler auf dem Camp, weswegen der Teil Quatsch ist.

      Und zum „Dagegen-Bürger“: Du bist doch auch einer, denn du bist offensichtlich gegen das Klimacamp.

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