„Ne tire plus sur le peuple“: Hobskur zu Gast auf CoMo-Camp

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Auftakt auf dem Connecting Movements (CoMo) Camp: Samstag Abend war der Musiker Hobskur zu Gast und hielt einen Workshop zur Polizeigewalt in Kamerun. Im Anschluss gab er vor 200 Zuschauer*innen ein Solokonzert. Hobskur ist ein sozial engagierter Künstler und Rapper aus Kamerun. Seit zwölf Jahren macht er Musik mit Botschaft und verschafft seinen Ansichten so Gehör. Sein Vortrag in französischer Sprache wurde in Englisch, Spanisch und Deutsch übersetzt und ist teil eines 12-tägigen Workshop- und Bildungsprogramms auf dem Connecting Movements und Klimacamp im Rheinland. Ein_e Teilnehmende_r hat für Euch mitgeschrieben:

Am Samstag teilte der Rapper Hobskur aus Kamerun seine Erfahrungen über Polizeigewalt in der Hafenstadt Douala in Kamerun. Hobskur hatte 2016 für Schlagzeilen gesorgt, als er mit der T-Shirt-Kampagne „Nous voulons une police solidaire des combats civiles“ (Wir wollen eine Polizei, die die zivilen Kämpfe unterstützt) zu einer Demonstration in seinem Viertel Oyack in Douala aufgerufen hatte. „Wenn die Polizei ins Viertel kommt, dann rennen alle weg“ erzählte Hobskur. Die Polizei sei bekannt für Gewalt gegen die Menschen vor Ort und Korruption. Nächstes Jahr im Februar will Hobskur deshalb ein Festival in Oyack organisieren. Auf Workshops mit Anwält_innen können Jugendliche lernen, welche Rechte sie gegenüber der Polizei haben.

Die Polizeigewalt ist für Hobskur ein Erbe der Kolonialisierung durch Deutschland Anfang des 20. Jahrhunderts: „Meiner Meinung nach sind Militär- und Polizeigewalt die Folge von staatlichen Institutionen“. Durch die Kolonialmächte wurde die zuvor in Stämmen organisierte Bevölkerung mittels staatlicher Institutionen unterdrückt und verwaltet. Diese Strukturen wurden nach der Kolonialisierung Deutschlands und Frankreichs von lokalen Machthabern fortgeführt. Die Menschen, die damals gegen die Kolonialmächte Widerstand geleistet hatten, wurden von den staatlichen Kräften ermordet. Die Gewalt dieser staatlichen Institutionen setzt sich bis heute fort.

In seiner Musik verarbeitet der Rapper die Eindrücke und setzt der Ohnmacht gegenüber Polizeigewalt Tracks entgegen, die Geschichten erzählen – rap engagé mit kameruner Einflüssen. Mit seinem Programm hat der Künstler alle großen Bühnen Kameruns bespielt. So wurde am Samstag Abend das Zirkuszelt vom CoMo-Camp zum Konzertsaal, Wohnzimmer und Ort musikalischer Ermächtigung.

 

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