Abschlussstatement Schuleröffnung

Schule des Kohleausstiegs in Immerath

Wiedereröffnung der Immerather Schule – Schule des Kohleausstiegs

Nachdem wir den ehemaligen Immerather Kindergarten erfolgreich für die Allgemeinheit wiederbelebt haben, beschließen wir nach drei Tagen, das Gebäude vorerst wieder zu verlassen. In diesen drei Tagen belebten wir das fast komplett verlassene Dorfzentrum Immeraths wieder. Im kommenden Jahr möchte RWE dieses Dorf in das schwarze Loch des Tagebaus Garzweiler hineinziehen.

Wir haben die Vision, Dörfer wie Immerath vor der voranschreitenden Zerstörung, die von der Braunkohlegewinnung ausgeht zu bewahren. Deshalb eröffneten wir das ehemals öffentliche Kindergartengebäude wieder und verwandelten es in einen lebhaften Ort des Austausches, an dem unterschiedlichste Menschen von nah und fern zusammentreffen können. Der gemeinsame Raum konnte von allen Interessierten ausgefüllt werden und eine Vielzahl von Veranstaltungen fand statt. So ermöglichte zum Beispiel ein praktischer Workshop die gemeinsame Instandsetzung der Strom- und Wasserversorgung und über die Tage wurde das Gebäude von vielen Menschen mit inspirierenden Sprüchen wie „Kohleausstieg ist Handarbeit“ und Gemälden verschönert. Ein anderes Programmangebot war die Stadtführung, die ein junger Nachbar anbot. Dabei sahen wir Orte, die seine Kindheit geprägt haben und die ebenso durch Abbaggerung vernichtet werden wie der Friedhof auf dem einst seine Großeltern begraben wurden.

Mit dieser Aktion haben wir unser Vorhaben für das Aktionslabor erreicht. Wir zeigten, dass Widerstand immer möglich ist und die Zerstörung der Dörfer nicht unvermeidbar. Wir testeten dabei uns neue Mittel gegen die Braunkohleindustrie, die einerseits RWE aufhalten und andererseits die verlassenen Dörfer wiederbeleben sollen.

Jedes Ende ist der Anfang  von etwas Neuem. Wir hoffen, einen Samen des Widerstands gepflanzt zu haben, der Menschen dazu inspiriert, diesen Ort weiter zu nutzen und andere Orte ebenfalls wieder zu beleben. Dies war der erste Streich – und viele weitere werden folgen!

 

Final statement on school re-appropriation

After a succesfull reappropriation of three days of a former kindergarden, we decided to leave the building for now. In these three days, we brought life back to the village of Immerath, which had turned in to a ghosttown. RWE plans to suck this village into the black hole of the Garzweiler mine within a year. We have a vision to save these vilaages form the ever expanding destruction of coal mining.

This is why we reopened the school and created a vivid place of cultural exchange, where people with a common goal were brought together. Everybody was free to use this space in their own way and within three days all kinds of activities popped up on the program wall. After a practical workshop of eletrics and water, the building could be used to its full potential again. The whole building was decorated with inspiring drawings and slogans like ´coal face out is manual labour`.  One of the local people that came by, who had been living in this village since he was a child, showed us the empty spaces where once stood buildings and the graves that now lie emptý.

With doing this, we acheived our goals for the action camp. We showed that resistance is always possible and that the destruction of these villages is not unvoidable. We showed that it is possible with little means to build a social space. We showed that new tactics of action can be used, making it impossible for RWE to dig further by bringing life back into these villages.

Every end is the beginning of something new. We hope that we have planted a seed and that people feel inspired to use this space or other buildings in the future. This was the first strike and many more will follow.

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